Hans-Heinrich Dieter

The one and only Super-Power?   (02.03.2013)

 

In seiner ersten Grundsatzrede hat US-Au├čenminister John Kerry den globalen F├╝hrungsanspruch der Vereinigten Staaten unterstrichen: ÔÇ×Amerikas nationales Interesse zu f├╝hren bleibt in der Welt weiter bestehen.“ Und er f├╝gte hinzu, dass Au├čenpolitik heute auch die globale Wirtschaft und damit das Wohlergehen Millionen Amerikaner zu Hause stark beeinflusse.

Wenn man k├╝rzlich den Fast-Absturz der USA ├╝ber die ÔÇ×fiskalische Klippe“ und die jetzige Entwicklung hin zu automatischen Ausgabenk├╝rzungen im US-Bundeshaushalt in H├Âhe von etwa 85 Milliarden US-Dollar betrachtet, dann wirkt der Satz ÔÇ×Amerikas nationales Interesse zu f├╝hren bleibt in der Welt weiter bestehen.“ eher wie ein satirisch gemeintes Lippenbekenntnis, es sei denn die Amerikaner sind von sich und God┬┤s own country so ├╝berzeugt, dass sie die Realit├Ąt aus den Augen verlieren.

Eine Supermacht zeichnet sich dadurch aus, dass sie dem F├╝hrungsanspruch auch gerecht werden kann. Dazu geh├Ârt das Vertrauen zumindest der westlichen Welt in die politische, milit├Ąrische und ├Âkonomische Macht der USA und deren F├Ąhigkeit, haupts├Ąchlich die milit├Ąrische Macht schnell und effektiv weltweit zur Wirkung zu bringen.

Wer das erfolglose von allgemeiner Sturheit und Borniertheit gekennzeichnete Gerangel zwischen Demokraten und Republikanern um die Abwendung der Zahlungsunf├Ąhigkeit der Supermacht USA verfolgt hat, verliert Vertrauen in die Bef├Ąhigung amerikanischer Volksvertreter zu rationaler und am Wohl der USA orientierter Politik. Und man hat nicht den Eindruck, dass die Auswirkungen des Verlustes von bis zu 750.000 Jobs auf dem US-Arbeitsmarkt und des damit verbundenen Wachstumsverlustes auf die Weltwirtschaft US-Politiker zumindest ein wenig interessieren.

57 Prozent der Amerikaner haben das Vertrauen schon verloren, sind offenbar der Auffassung, dass Washington ohne die automatischen Ausgabenk├╝rzungen einfach strukturell unf├Ąhig ist, seine Kosten zu senken. Wenn die Landsleute schon kein Vertrauen haben, wie soll es in der westlichen Welt erhalten bleiben? Das Vertrauen in die ├Âkonomische Leistungsf├Ąhigkeit der USA ist bereits eingeschr├Ąnkt.

Wenn es bei den automatischen Ausgabenk├╝rzungen bleibt, muss der amerikanische Verteidigungshaushalt bis September 2013 etwa die H├Ąlfte der Gesamtk├╝rzungen erbringen, also bis zu 43 Milliarden US-Dollar. Das ist eine unvorstellbar hohe Summe, die aus einem verabschiedeten Haushalt in noch nicht einmal einem Jahr herausgeholt werden muss. Der neue US-Verteidigungsminister Hagel warnt vor den drastischen Auswirkungen und beeilt sich festzustellen, dass der Afghanistan-Einsatz der US-Truppen von diesen K├╝rzungen nicht betroffen ist. Wir werden beobachten k├Ânnen, dass die USA ihr sicherheitspolitisches Programm noch st├Ąrker herunterfahren, die erste Flugzeugtr├Ągergruppe, "USS Harry S. Truman", die schon zur Machtdemonstration in den Persischen Golf ausgelaufen sein sollte, liegt noch an der Pier. Und wenn die USA zuk├╝nftig mit milit├Ąrischen Ma├čnahmen drohen sollten, etwa in Richtung Iran, dann wird das nicht sehr glaubw├╝rdig wirken. Auf die Europ├Ąer werden noch st├Ąrkere Lasten zukommen als erwartet!

(02.03.2013)

 

 

nach oben

 

zur├╝ck zur Seite Klare Worte