Hans-Heinrich Dieter

Kranker Macron   (11.04.2023)

 

Macron ist ein hochstaplerischer Illusionist und ein wenig EU-solidarischer franz√∂sischer Nationalist, der die Transatlantische Gemeinschaft hintertreibt. Gleichzeitig ist er aufgrund seiner wenig √ľberzeugenden Innenpolitik als franz√∂sische ‚Äělame duck“ offenbar nur eingeschr√§nkt selbstbewusst. Deswegen hat er Kanzler Scholz im letzten Jahr den Vorschlag gemacht, zu zweit nach China zu reisen. Scholz hat ihn abblitzen lassen. Als kleinen Hinweis auf den stotternden deutsch-franz√∂sischen EU-Motor hatte er nun EU-Kommissionspr√§sidentin von der Leyen eingeladen, mitzureisen.

Er hat sich als ganz mieser ‚ÄěM√∂chtegern-Gentleman“ allerdings nicht darum gek√ľmmert, dass von der Leyen mit ihm zusammen festlich begr√ľ√üt wird, beim festlichen Bankett anwesend ist sowie zusammen mit Xi und ihm die Reise nach S√ľdchina unternimmt. Von der Leyen hingegen wurde sehr unaufmerksam, ja geradezu unh√∂flich am Rande wahrgenommen, regelrecht d√ľpiert. Das lag nat√ľrlich nicht nur an dem chinesisch-franz√∂sischen Macho-Gehabe, sondern auch daran, dass EU-Kommissionspr√§sidentin Ursula von der Leyen mutig und dezidiert vor milit√§rischen Schritten im Zusammenhang mit Taiwan vor milit√§rischen Schritten gewarnt und eine faire Handelspolitik angemahnt hat, str√§ubte sich Macron ein wenig feige und egoistisch vor Bekenntnissen jeglicher Art, denn er hatte ja auch gegenteilige Absichten. W√§hrend die EU sich darum bem√ľht, die Abh√§ngigkeit von der kommunistischen Diktatur auf ein vern√ľnftiges Ma√ü zu reduzieren, hat Macron bei seinem Besuch in China auch f√ľr ein Wiederankurbeln der franz√∂sisch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen geworben. Am Rande des Staatsbesuchs wurden zahlreiche Wirtschaftsvertr√§ge unterzeichnet. So will etwa der europ√§ische Flugzeugbauer Airbus seine Produktion in China verdoppeln, EDF beteiligt sich an einem Offshore-Windpark in Jiangsu, und auch Alstom, L‘Or√©al und weitere franz√∂sische Unternehmen schlossen Vertr√§ge ab. Solidarit√§t mit der EU sieht anders aus, aber man muss nat√ľrlich auch verstehen, dass das √ľberschuldete Frankreich mit seiner schw√§chelnden Wirtschaft bereits ziemlich stark in das Projekt ‚ÄěNeue Seidenstra√üe“ eingebunden ist.

Auf dem R√ľckflug von seinem Staatsbesuch in China erlebte Macron dann einen R√ľckfall in geistige Verwirrung wie damals bei der Erkl√§rung, ‚Äědie NATO sei hirntod“. Er stellte bei einem Interview mit deutschen und franz√∂sischen Journalisten fest, dass Europa in der Taiwan-Frage kein ‚ÄěMitl√§ufer“ sein d√ľrfe: ‚ÄěDas Schlimmste w√§re es zu denken, dass wir Europ√§er Mitl√§ufer seien und uns dem amerikanischen Rhythmus und einer chinesischen √úberreaktion anpassen m√ľssten.“ Europa sollte nicht zur Eskalation des Konflikts beitragen, sondern seine eigene Position verfolgen als dritter Pol zwischen den USA und China. Es bestehe die gro√üe Gefahr, dass Europa in Krisen hineingezogen werde, die nicht die seinen seien. ‚ÄěDas Paradoxe w√§re, dass wir vor lauter Panik glauben, wir seien nur die Gefolgsleute der USA“. Man m√ľsse verhindern, dass die EU-L√§nder zu Vasallenstaaten w√ľrden!

Dieses Gerede von der illusion√§ren autonomen Macht Europa, die √Ąquidistanz zu Amerika und China halten m√ľsse, war mit den EU-Partnern nicht abgestimmt und es war sogar eine Attacke auf die europ√§ische und die transatlantische Einheit. Und es war ein Angriff auf die USA, die sich im Ukraine-Krieg als wirkliche F√ľhrungsmacht bew√§hrt haben. Mit seinem undurchdachten Geschwafel hat Macron einen Keil in Europas Beziehung zu den USA getrieben und zugleich die EU gespalten. Und so eigens√ľchtig, miserabel und unglaubw√ľrdig f√ľhrt sich eine M√∂chtegern-EU-F√ľhrungsmacht auf, die sich im Ukraine-Konflikt im Vergleich zu den USA, Deutschland und den osteurop√§ischen blamabel geringf√ľgig engagiert!

Der CDU-Au√üenpolitiker R√∂ttgen bringt es auf den Punkt: ‚ÄěMacron scheint von allen guten Geistern verlassen. W√§hrend es Amerika ist und nicht Frankreich oder Deutschland, das die Ukraine ma√ügeblich unterst√ľtzt und damit Europa verteidigt, fordert Macron eine Abkehr von Amerika. W√§hrend China gerade den Angriff auf Taiwan √ľbt, verlangt Macron eine Ann√§herung an China.“ Und R√∂ttgen erg√§nzt: Macron habe es geschafft, aus seiner China-Reise einen PR-Coup f√ľr den chinesischen Pr√§sidenten Xi Jinping und ein au√üenpolitisches Desaster f√ľr Europa zu machen. Ein Angriff auf Taiwan werde wahrscheinlicher, je mehr Xi glaube, Europa bleibe in einem solchen Konflikt neutral.

Entsprechend harsch ist die Kritik in den meisten deutschen Medien und auch in den USA, die sich derzeit als klassische Verb√ľndete Europas einbringen und f√ľr die China der m√§chtigste geopolitische Rivale und im Zusammenhang mit Taiwan und der Lage im Indo-Pazifik eine reale Gefahr ist.

Der angeschlagene Macron ist eine Gefahr f√ľr Europa und die NATO. Die strategische Autonomie Europas ist eine Illusion, denn unsere Sicherheit ist nur durch den nuklearen Schutzschirm der USA zu gew√§hrleiten. Frankreich hingegen hat milit√§risch meistens versagt, in Vietnam, in Afghanistan und in der Sahel-Zone und ist nur eine Minimal-Nuklearmacht, die meilenweit von den M√∂glichkeiten der USA entfernt ist und daher von Putin auch nicht ernstgenommen w√ľrde. Wir m√ľssen von den Autokratien Russland und China unabh√§ngiger werden und die Zusammenarbeit mit den USA nach Kr√§ften verbessern. Europa sollte auf den inzwischen gelegentlich geistig etwas verwirrt wirkenden Macron weniger h√∂ren!

(11.04.2023)

 

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