Hans-Heinrich Dieter

Snowden-Asyl?   (21.09.2019)

 

Schon f√ľnf Jahre lebt Edward Snowden im Asyl in Russland. Der amerikanische Geheimnisverr√§ter, Straft√§ter und Whistleblower verbringt sein Leben abgeschirmt von der √Ėffentlichkeit und von Putins Gnaden. Nur Naive m√∂gen glauben, dass Putin Snowden aus reiner Gro√üherzigkeit beherbergt. Im Geheimdienstgesch√§ft lebt man nach den Grunds√§tzen des gegenseitigen Nutzens, do ut des. Deswegen kann man davon ausgehen, dass Sowden f√ľr Putin und den Kreml bis heute sehr n√ľtzlich – wenn nicht gar ein ‚Äěn√ľtzlicher Idiot“ – ist.

Nun hat Snowden seine Autobiographie ‚ÄěPermanent Record“ ver√∂ffentlicht. Als Autobiograph kann er sein Leben, seine Leistungen und seine Aktionen so darstellen, wie er sie sieht und gesehen lassen will. Quellen, Belege und Beweise wird er, wie schon die Journalisten, derer er sich bei seinem Diebstahl von Staatseigentum und Geheimnisverrat bedient hat, nat√ľrlich f√ľr die Autobiographie nicht preisgeben. Das ist ja auch nicht der Zweck seines Buches, das wohl eher der Sch√∂nf√§rberei dienen soll.

Teile der manchmal etwas naiven deutschen Bev√∂lkerung werden die Handlungen Snowdens weiterhin f√ľr eine ‚Äěgute und mutige Tat“ von ‚Äěweltgeschichtlicher Bedeutung“ halten. Und linke und sozialdemokratische Abgeordnete haben ja damals allen Ernstes vorgeschlagen, Snowden mit dem Bundesverdienstkreuz zu w√ľrdigen. Nun w√ľnscht sich Snowden erneut Asyl in Deutschland, wenn seine Aufenthaltsfrist in Russland nach f√ľnf Jahren abl√§uft.

Deswegen ist es ganz n√ľtzlich, sich noch einmal mit der Vita Snowdens zu befassen. Im zweiten Jahr der Highschool bricht der 15-J√§hrige die Schule ab und entwickelt sich zu einem Computernerd. Ab 1999 besucht Snowden ohne Schulabschluss f√ľr drei Jahre College-Kurse, wohl als Gasth√∂rer. 2002 nimmt er Unterricht am Computer Career Institute der John-Hopkins-Universit√§t. Abschl√ľsse macht er jedoch nicht. Mit 20 versucht er bei den Spezialkr√§ften der Armee aufgenommen zu werden. Nach nur wenigen Monaten wird er jedoch entlassen, weil er die Ausbildung nicht bestand. Danach ist er arbeitslos. 2005 findet Snowden einen Job als Wachmann an einem Sprachlehrzentrum der Universit√§t von Maryland. 2006 stellt ihn die CIA f√ľr drei Jahre als Computer-Experten ein. Von 2009 bis 2013 will Snowden f√ľr private Dienstleister der NSA gearbeitet haben. Dabei bringt er es nach eigenen, nicht belegten Angaben vom System-Ingenieur √ľber den System-Administrator zum Berater f√ľr Telekommunikationssysteme – weiterhin ohne jegliche Berufsabschl√ľsse. Im Hinblick auf diese Vita mag jeder f√ľr sich sein Urteil im Spektrum zwischen Dauer-Looser und amerikanischem Selfmademan finden. Die Frage muss aber erlaubt sein, ob Snowden mit diesem Bildungshintergrund intellektuell √ľberhaupt in der Lage ist, die Inhalte seines massenhaften Geheimnisverrates hinl√§nglich zu verstehen und sein Handeln gesellschaftlich und politisch richtig einzuordnen. F√ľr die USA ist und bleibt Snowden ein Geheimnisverr√§ter und Straft√§ter, der zur Verantwortung gezogen werden muss.

Deswegen sollten die weniger naiven deutschen Realpolitiker verhindern, dass wir dem Verr√§ter Snowden in Deutschland Asyl gew√§hren sowie mit ihm gemeinsame Sache machen und dadurch das ohnehin schon stark besch√§digte Verh√§ltnis zu den USA nachhaltig verschlechtern. Wir sollten vielmehr daran arbeiten, dass wir auch die zuk√ľnftige geheimdienstliche Zusammenarbeit an Regeln orientiert auf eine noch tragf√§higere Basis stellen.

Da macht es Mut, wenn zumindest der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Middelberg, keinen Zweifel daran hat, dass Snowden in den USA ein rechtsstaatliches Verfahren bekomme und der CDU-Au√üenpolitiker J√ľrgen Hardt feststellt, dass der Verrat von Staatsgeheimnissen in jedem Land der Welt strafbar sei.

(21.09.2019)

 

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http://www.hansheinrichdieter.de/html/drhcsnowden.html

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